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Kurzbiographie

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Jörg Stadler

Mein Name ist Jörg Stadler und ich möchte mich hier als neu gewählter stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes vorstellen.

Kurze Eckdaten:  Geboren im kalten Winter 1958, aufgewachsen an der Ostseeküste im schönen Schleswig-Holstein, verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen.

Nach Schule, Lehrzeit und 6 Jahre Dienstzeit bei der Bundeswehr erlernte ich Durchsetzungsfähigkeit, Kampfgeist und Willensstärke. Nach Beendigung meiner militärischen Dienstzeit rief mich dann die Bundeswehr in ein ziviles Arbeitsverhältnis. Dort wurde ich kurze Zeit später in den Personalrat gewählt. Meine weiteren Verwendungen waren von 1996 bis 2001 Vorsitzender des Bezirkspersonalrates beim Heeresführungskommando in Koblenz. Von 2001 bis 2007 dann Vorsitzender des Bezirkspersonalrates beim Streitkräfteunterstützungskommando in Köln. Über 20 Jahre Amtszeit im Hauptpersonalrat beim Bundesministerium der Verteidigung hinterließen auch seine Spuren.

Doch stets blieb ich meiner Heimat Schleswig-Holstein als Wochenendpendler treu.

Darüber hinaus war ich über 20 Jahren ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht in Lübeck und Landesarbeitsgericht in Kiel sowie beim Oberverwaltungsgericht Schleswig - Fachkammer für Personalvertretungssachen.

Seit 2015 bin ich nun in einer Vorruhestandsregelung. Gewerkschaftsarbeit und Enkelsohn befüllen nun meine neu gewonnene Freizeit.

 

Schlagzeilen

Kein Zugang von Kündigungsschreiben am Sonntag

Wirft ein Arbeitgeber ein Kündigungsschreiben an einem Sonntag in den Briefkasten des Arbeitnehmers ein, geht dies grds. nicht mehr am selben Tag zu. Da Arbeitnehmer ihre Briefkästen sonntags nicht überprüfen müssen, kann nicht mit einer Kenntnisnahme des Schreibens gerechnet werden. Dies gilt auch, wenn die Probezeit an einem Sonntag abläuft.

Der Sachverhalt:

Die beklagte Arbeitgeberin kündigte der Klägerin nach § 622 Abs. 3 BGB mit einer Frist von zwei Wochen. Die Parteien hatten eine Probezeit vereinbart. Das Kündigungsschreiben legte die Beklagte am letzten Tag der Probezeit in den Hausbriefkasten der Klägerin ein. Dieser Tag war ein Sonntag. Die Klägerin leerte ihren Briefkasten erst in den Folgetagen.

Mit ihrer Klage machte die Klägerin geltend, das Arbeitsverhältnis sei erst zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich mit Ablauf einer vierwöchigen Kündigungsfrist beendet worden. Die Beklagte habe ihr nicht mehr innerhalb der Probezeit gekündigt. Die Klage hatte vor dem Arbeitsgericht und dem LAG Erfolg.

Die Gründe:

Das Arbeitsverhältnis wurde unter Einhaltung der längeren Kündigungsfrist erst außerhalb der Probezeit beendet. Die Kündigung ging der Klägerin frühestens am folgenden Werktag zu den üblichen Postleerungszeiten und damit nach Ablauf der Probezeit zu.

Ein Kündigungsschreiben muss dem Arbeitnehmer zugehen. Dies setzt voraus, dass unter gewöhnlichen Umständen mit der Kenntnisnahme des Schreibens zu rechnen ist. Arbeitnehmer sind jedoch nicht verpflichtet, ihre Briefkästen an Sonntagen zu überprüfen. Dies gilt selbst dann, wenn die Probezeit an einem Sonntag endet und bekannt ist, dass der Arbeitgeber auch sonntags arbeitet.

LAG Schleswig-Holstein 13.10.2015 - 2 Sa 149/15